Bahnstrecke muss erhalten bleiben

Veröffentlicht am 03.12.2010 in Ankündigungen

Der Erhalt der Bahnstrecke Gotha – Gräfenroda ist für den Landkreis Gotha von strukturpolitischer Bedeutung.
Daher ist es nicht akzeptabel, diese Bahnstrecke alleine an zu wenigen Fahrgästen, sprich also an den Kosten, auszumachen. Deshalb fordere ich Verkehrsminister Christian Carius (CDU) auf, nicht vorzeitig den Stab über die sogenannte Ohratalbahn zu brechen. Sie ist ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs im südlichen Landkreis Gotha.

Genutzt wird sie vor allem von den Werktätigen, die täglich mit dem Zug zur Arbeit pendeln und so ihren Beitrag für den Umweltschutz leisten. Für diese wäre die Stilllegung ein herber
Verlust.
Eines der größten Gewerbegebiete im Landkreis, das Gewerbegebiet Ohrdruf, befindet sich direkt an der Bahnlinie.
Für ca. 3.000 Arbeitnehmer bieten die dort ansässigen Firmen Arbeit. Durch die Bahn wurde es jedoch all die Jahre versäumt, einen Bahnhaltepunkt im Gewerbegebiet zu errichten. Berufspendler haben hier keine Chance per Bahn zur Arbeit zu kommen.
Darüber hinaus wird mit dem Beitritt des Landkreises Gotha zum Verbundtarif Mittelthüringen mit Sicherheit auch ein weiterer Anreiz für die Attraktivität der Bahn gegeben. Vor allem für Schüler, Auszubildende, Studenten und Rentner bieten alle Verkehrsmittel, egal ob Bus, Bahn, Straßen- oder Waldbahn damit günstige Möglichkeiten, von ihrem Wohnort aus, mit nur einem Ticket nach Gotha, Erfurt oder Weimar zu reisen. Dies würde sich auch an den Fahrgastzahlen der Ohratalbahn positiv bemerkbar machen, wenn man ihr die Chance geben würde.
Außerdem wurden in den letzten Jahren mehr als 10 Millionen Euro in die Instandhaltung und den Ausbau der Strecke investiert. Erst im Jahre 2006 wurde der Bahnhof in Gräfenroda mit seinen zwei Hauptgleisen und dem Stumpfgleis der Ohratalbahn barrierefrei umgebaut. Das ganze Geld wäre dann in den Sand gesetzt.
Ein weiterer Grund für den Fortbestand der Bahnstrecke ist die in den nächsten Jahren zunehmend ältere Bevölkerung. Wenn diese aus finanziellen, gesundheitlichen oder einfach nur aus Altersgründen auf den eigenen PKW verzichten müssen, muss eine intakte Verkehrsanbindung zur Kreisstadt Gotha vorhanden sein. Wie sollen diese Menschen sonst ihren gewohnten Lebensstandart erhalten, ihre Arztbesuche oder Einkaufsbummel tätigen?
Sicher erreichen sie auch mit dem Bus das Ziel, aber eine Optimierung von bestehenden Verkehrsmitteln, also Bahn und Bus (und Waldbahn) sollte das Nahziel für die Zukunft sein.
Bestehende Verbindungen sowohl Bus- als auch Bahnverbindungen gilt es demzufolge zu verbessern und die Anbindung im ländlichen Raum an die Bahnhöfe zu ergänzen.
Eine aufeinander abgestimmte Taktung zwischen Bus und Bahn wären für den Reisenden von großem Vorteil und beide Verkehrsunternehmen würden von den Fahrgastzahlen profitieren.
Nicht zuletzt wäre es ein herber historischer Verlust, den die Stilllegung der 35 Kilometer-Strecke der Ohratalbahn mit sich brächte. Grund für den Bau war damals vor allem der Wunsch der Ohrdrufer nach der Eisenbahn sowie die Forderung des Herzogs von Sachsen-Coburg-Gotha, alle Amtsstädte im Herzogtum bequem erreichen zu können.
Der erste Streckenabschnitt von Gotha bis Ohrdruf wurde bereits am 8. Mai 1876 eröffnet. Die zweite Hälfte der Ohratalbahn von Ohrdruf nach Gräfenroda wurde am 1. November 1892 dem Verkehr übergeben.

Dr. Werner Pidde
Mitglied des Landtages

 

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