Grußwort der SPD-Landtagsabgeordneten Eleonore Mühlbauer aus dem Ilm-Kreis und Dr. Werner Pidde aus dem Kreis Gotha an d

Veröffentlicht am 22.07.2014 in Wohnen & Leben

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

liebe Bürgerinnen und Bürger von Crawinkel, Gossel und den anderen Orten der Region, liebe Gäste,

zeitgleich zum Jonastalfest findet im Thüringer Landtag die letzte reguläre Sitzung in dieser Wahlperiode statt.

Anders als ursprünglich gedacht, lässt die Tagesordnung der Sitzung für keinen von uns beiden eine Teilnahme an ihrem Fest zu. Das bedauern wird sehr und wir möchten Ihnen auf diesem Wege zumindest ein Grußwort von uns beiden - Ihren SPD-Landtagsabgeordneten Eleonore Mühlbauer und Dr. Werner Pidde - zukommen lassen.

Das Jonastal zwischen Crawinkel und Arnstadt hat eine wechselvolle Geschichte. Bis etwa 1900 war es mit Sicherheit ein sehr ruhiges und verwunschenes Tal, denn die Wege von Ohrdruf, Wölfis, Crawinkel und Gossel in Richtung Arnstadt führten entweder direkt über den Übungsplatz oder über die alte Handelsstraße Gossel-Espenfeld-und die Arnstädter Alteburg.

Erst mit der Errichtung des Truppenübungsplatz Ohrdruf kam die Notwendigkeit einer alternativen Wegeverbindung auf. Die Militärs teilten den Bewohnern der Anliegergemeinden mit, dass in Folge der Anlegung des Truppenübungsplatzes die stark frequentierte Straße Ohrdruf-Bittstädt-Arnstadt während der zukünftigen Truppenübungen gesperrt sein würde. Hiergegen hat sich damals in den Anliegergemeinden großer Widerstand erhoben. Schließlich führte das zu der Entscheidung eine Straße am Übungsplatz vorbei durch das Jonastal zu bauen.

Man kann also sagen, dass sich die Bewohner der Region vor mehr als 100 Jahren diese Straße erkämpft haben.   

In der Chronik der Stadt Arnstadt ist der 15. April 1914 als Einweihungstermin für die Jonastalstraße genannt.

Und seither hat sich diese Wegeverbindung zu einer wichtigen Verkehrsachse für die Menschen der Region entwickelt.

In den letzten Kriegsjahren war die Straße für die Menschen der Region allerdings gesperrt. Die Nationalsozialisten ließen - für welchen Zweck auch immer - zehntausende Menschen in den Kalksteinhängen des Jonastals Tunnel in die Erde hauen. Tausende starben an den Folgen der harten Arbeit und der unmenschlichen Unterbringung in den Konzentrationslagern in Ohrdruf, in der Muna bei Crawinkel und im Lager bei Espenfeld. Das ist mit Sicherheit das dunkelste Kapitel in der Geschichte des Jonastals.

Auch die Rote Armee sperrte das Jonastal nach dem Krieg erst einmal. Doch schließlich wurde die Straße wieder freigegeben und war für viele Menschen aus Ihrer Region täglicher Weg an die Arbeit. Und das ist bis heute so geblieben, auch weil im Gewerbegebiet Erfurter Kreuz bei Arnstadt inzwischen wieder viele Arbeitsplätze entstanden sind.

Allerdings stand der Bestand dieser unmittelbaren Wegeverbindung der Region in Richtung Arnstadt jahrelang auf der Kippe.

Durch den Bau der Autobahn A 71 hat die Jonastalstraße als Verbindungsachse in den Thüringer Wald für das Land an Bedeutung verloren, weshalb das Verkehrsministerium die Verantwortung für die Straße Anfang des neuen Jahrtausends an die beiden Kreise Ilmkreis und Kreis Gotha abgeben wollte.

Nach Untersuchung mehrerer Varianten entschied der Ilm-Kreis schließlich im Jahr 2005, die Landesstraße nach Sanierung durch den Freistaat zur Kreisstraße umzustufen und eine durchgängige Kreisstraßenverbindung von der Landesstraße L 3004 (ehemalige Bundesstraße B 4) über Espenfeld zur Bundesstraße B 88 Ortsdurchfahrt Crawinkel zu schaffen. Der Streckenzug entspricht der Linienführung des Öffentlichen Personennahverkehrs.

 

Der damalige Gemeinderat von Crawinkel unter dem Bürgermeister Stefan Schambach hatte sich als Vorzugsvariante für eine Beibehaltung der alten Streckenführung stark gemacht, leider damals noch vergeblich.

Das Schicksal des unteren Teils der Jonastalstraße schien besiegelt, wenn es nicht einige Kämpfer für den alten Straßenverlauf gegeben hätte. Der Espenfelder Bürger Günther Loibl und auch ihr ehemaliger Bürgermeister Stefan Schambach gehörten dazu.

Die ursprüngliche Variante der Straßenverlegung hatte eine Ortsumgehung um Espenfeld vorgesehen. Aus Kostengründen war dieser Plan vom Land allerdings wieder verworfen worden. Das brachte die Espenfelder - allen voran - Herrn Günther Loibl - auf die Palme und einen Ansatz für neue Verhandlungen.

Im Kommunal- und Bundestagswahlkampf 2009 setzte sich Herr Loibl mit der damaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Petra Heß, die Ihnen ja bestens vertraut ist, in Verbindung.  Auf ihr Betreiben kamen am 29.07.2009 Kommunalpolitiker aus Arnstadt, Espenfeld, Gossel und Crawinkel mit Vertretern des zuständigen Bauministeriums in der Sternwarte von Herrn Loibl in Espenfeld zusammen.

Nachdem die Probleme und Lösungsmöglichkeiten ausgiebig diskutiert worden waren, verständigten sich die anwesenden Kreistagsmitglieder Hans-Christian Köllmer, der damals noch Bürgermeister von Arnstadt war und Eleonore Mühlbauer bei diesem Termin darauf, eine parteiübergreifende Initiative im Kreistag des Ilmkreises und im Arnstädter Stadtrat zu starten, mit dem Ziel die Jonastalstraße in ihrer Gesamtheit als Straße zu erhalten. Und das geschah schließlich auch.

In der Kreistagssitzung des Ilmkreises am 17. März 2010 beschloss der Kreistag die getroffene Vereinbarung des Kreises mit dem Land dahingehend zu ändern, dass der Ilmkreis die Landesstraße 1046 von der Ortslage Arnstadt bis zur Kreisgrenze des Landkreises Gotha vollständig in die Kreisträgerschaft übernimmt, wenn das Land den unteren Teil des Jonastals vorher instand setzt.

In schwierigen nachfolgenden Verhandlungen konnte auch das mit dem Land verbindlich vereinbart werden. Und spätestens mit der Sanierung der Brücken über das Gewässer "Wilde Weiße" im Jahr 2013, die insgesamt 530.000 Euro gekostet hat, wurde der Grundstein für den kompletten Fortbe­stand der Straßenverbindung zwischen Crawinkel und Arnstadt gelegt.

Derzeit erfolgt nun die Sanierung der Straßenoberfläche von Arnstadt bis in die Ortslage von Crawinkel hinein, die mit 1,6 Mio. Euro veranschlagt ist und auch vom Land bezahlt wird.

Wir gehen davon aus, dass diese Sanierung bis im Herbst beendet sein wird, womit der dauerhafte durchgehende Bestand der Straße gesichert ist.

Wie schon vor mehr als Hundert Jahren haben die Bürger der Region beharrlich für eine Verbindung zwischen ihren Orten gekämpft und haben damit Erfolg gehabt.

Wir möchten Ihnen allen dafür herzlich gratulieren und freuen uns, dass wir Sie gemeinsam bei diesem Kampf und bei den Bemühungen - die Sanierung der Straße durch das Land zu finanzieren - unterstützen konnten.

Wir wünschen Ihnen allen heute ein schönes Fest und verbleiben mit herzlichen Grüßen

Ihre SPD-Landtagsabgeordneten Eleonore Mühlbauer und

Dr. Werner Pidde 

 

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